Highlights aus Bordeaux

Und dann hab ich es auch endlich geschafft, die zwei Videos hochzuladen von letzten Samstag Abend:

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Hitzewelle, Partystimmung und Le Corbusier

Gestern Abend bin ich nach den sehr intensiven letzten Tagen in Bordeaux wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Heute Vormittag musste ich also erst einmal Schlaf nachholen, bevor ich die Berichterstattung der letzten Tage aufhole.

Am Donnerstag fand unser zweiter Exkusionstag statt und dieses Mal hatten wir glücklicherweise einen zivilisierteren Busfahrer. Den Vormittag verbrachten wir im Château Dudon in Barsac. Das Familienweingut liegt im bekannten Weißweingebiet Sauternes und stellt zwei süße Weißweine aus Semillon und Sauvignon Blanc her. Während der Führung gab es viel zu Lachen, da der Besitzer mit seinem trockenen Humor einen Witz nach dem anderen riss. Nach der Verkostung der Weine fuhren wir mit dem Bus nach Saint Émilion, um dort unser Mittagspicknick zu machen. Da wir noch Zeit bis zum nächsten Termin hatten, konnten wir den kleinen berühmten Weinort noch ein wenig zu Fuß erkunden.

Saint-Émilion

Saint-Émilion

Château Dudon

Château Dudon

Das biodynamisch wirtschaftende Château Fonroque empfing uns am Nachmittag. In beinahe unerträglicher Mittagshitze wurden wir zunächst vor Ort über die Arbeiten im Weinberg informiert. Als wir mit der Führung endlich den Keller mit den Betontanks erreichten, waren dementsprechend alle ziemlich erleichtert. Am Ende gab es noch die zwei Rotweine des Weinguts, den Zweitwein „Château Cartier“ und den Erstwein „Château Fonroque“ zur Verkostung. Da wir bereits gegen halb fünf wieder zurück in Bordeaux waren, beschlossen Catalina, Katja und ich noch ein architektonisches Highlight in Pessac zu besichtigen: la Cité Frugès-le Corbusier. Dabei handelt es sich um ein Stadtviertel bestehend aus 50 Häusern, welches vom französischen Architekten Le Corbusier Anfang des 20. Jahrhunderts geplant und durch die finanzielle Unterstützung des Unternehmers Henry Frugès realisiert wurde. Ursprünglich gedacht war ein ganzes Arbeiterviertel mit über 100 Häusern, Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Aufgrund der Regression konnte jedoch nur ein Teil gebaut werden. Zunächst liefen wir zu Fuß durch das Gartenviertel und schauten uns von außen soweit möglich die sechs verschiedenen Häusermodelle an. Einige waren leider durch die verwilderten Vorgärten etwas versteckt, oder aufgrund mangelnder Sanierung in schlechtem Zustand. Nach unserem Rundgang erhielten wir eine Führung durch eines der Häuser und wurden über die Bauweise, den Stil und die Hintergründe des Projekts aufgeklärt. Aus den vom Leiter des Informationszentrums angepeilten 15 Minuten wurden dann eineinviertel Stunden, da wir alle total begeistert waren und so viele Fragen hatten. Die Bauweise der Häuser gerade auch mit dem Dachgarten hat uns so beeindruckt, dass wir am liebsten sofort das Haus gekauft hätten 🙂

2014-06-12 17.19.42 2014-06-12 17.18.31Nach der Tour folgte ein schneller Zwischenstopp im Studentenwohnheim und dann ging’s gleich weiter mit der Tram in die Stadt, wo wir uns mit den anderen auf einem Straßenfest mit Essen verschiedener Nationen verabredet hatten. Da gab’s dann zunächst Bier und karibische Speisen aus Guadeloupe, bevor wir weiter in eine Bar zogen, um das Eröffnungsspiel der Fußball WM anzuschauen.

Der Freitag begann mit einem Vortrag über die Zertifizierung von Biobetrieben in Rumänien. Anschließend wurden die Inhalte der zweiten Woche in einem Multiple Choice Test abgefragt. Obwohl ich mich auch auf den zweiten Test nicht speziell vorbereitet hatte (es gab ja auch viel zu viele andere spannende Dinge) konnte ich glücklicherweise den Großteil der Fragen richtig beantworten. Nach drei weiteren Vorträgen liefen wir ein letztes Mal gemeinsam zum Mittagessen und erfuhren dort, dass wir alle beide Tests erfolgreich bestanden hatten. Nach dem Essen hatten wir den Nachmittag frei, was ich dann mit Eujene zum Kleidershopping nutzte. Nach erfolgreicher Beute traf ich mich noch mit Eva zum Kaffee trinken und irgendwie verquatschen wir uns dann, sodass ich erst gegen 19 Uhr im Studentenwohnheim war. Um halb acht musste ich schon wieder Richtung Innenstadt aufbrechen, da wir um 20 Uhr zum Gala-Dinner im Café de l’Opéra verabredet waren. Dort gab es zunächst einen AUpéro mit Weißwein und kleinen Speisen und wir bekamen ganz offiziell ein „Diploma“ überreicht (bei den Mädels auch typisch französisch mit Küsschen rechts und links vom französischen Professor). Anschließend verteilten wir uns an mehrere Tische zum Drei-Gänge-Menü. Gemeinsam mit Florian landete ich am Tisch mit den ganzen Studenten aus Tarragona. Da vor allem bei uns schon während des Essens die Party begann, wurden wir leider recht schnell von einem Kellner darauf hingewiesen, dass auch noch andere private Gäste im Restaurant sind. Solche Spielverderber 😦 Nach einem genialen Nachtisch (Moelleux au chocolat, also ein Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern, mit Eis und Karamellsoße) verzogen wir uns mit den Weingläsern nach draußen, um die anderen Gäste nicht zu stören. Irgendwann beschlossen wir dann eine Bar aufzusuchen, um dort weiterzufeiern. Gegen halb eins zogen wir von dort aus weiter in einen Club, bzw. eine Art Disko auf einem Schiff. Nach Preisverhandlungen mit dem Chef mussten wir nur die Hälfte des Eintrittspreises zahlen und feierten je nach Ausdauer bis in die frühen Morgenstunden. Die Ankündigung unserer Spanier in unserer Facebookgruppe „party hard-spanish style until 6 am“ hielten jedoch nur zwei Spanier, eine Brasilianerin, zwei Rumänen, ein Italiener und vier Deutsche (inklusive mir) durch 🙂 Als wir dann mit der ersten Tram nach Hause fuhren wurde es auch tatsächlich schon wieder hell.

Am Samstag packte ich dann nach 3,5 Stunden Schlaf meinen Koffer, frühstückte, checkte aus und machte mich auf den Weg zu Eva und anschließend auf den Markt. Nach ein paar kleinen Einkäufen hatten wir uns dann zu einer kleinen Tour nach Pessac mit den anderen deutschen Mädels verabredet, da alle anderen Teilnehmer des Programms bereits am Samstag aus Bordeaux abreisten. Eigentlich sollten dort einige Weingüter Tag der offenen Tür haben und Weißwein ausschenken. Als wir in brennender Hitze die zwei Weingüter zu Fuß erreichten, wussten jedoch beide nichts von dieser auf Plakaten und im Internet angekündigten Veranstaltung. Nach diesem Pech machte ich mich wieder auf den Rückweg in die Innenstadt, um dort noch ein wenig durch die Geschäfte zu bummeln. Vor dem Abendessen trafen wir uns am Fluss auf einer Wiese zum Apéro mit kühlem Wein. Lustigerweise fand dort zur selben Zeit auch eine abgefahrene Tanzperformance statt.2014-06-14 19.11.51

Ein Tänzer tanzte mit und auf einem sich bewegenden Bagger zu dramatischer Opernmusik. Im Restaurant kamen dann noch zwei Studenten aus Bordeaux dazu und wir genossen noch einmal die französische Küche. Als wir gegen elf das Restaurant verließen, trafen wir durch Zufall auf eine Gruppe von Musikern (so in die Richtung Guggenmusik mit Blechbläsern und Percussion), die auf dem Platz St. Michèle für Stimmung sorgten. Da uns die Musik so begeisterte beschlossen Eva und ich noch länger zu bleiben, während sich die anderen nach einer halben Stunde verabschiedeten. Flo machte sich auf die Suche nach einer Gelegenheit wo er ab Mitternacht das Fußballspiel Italien-England anschauen konnte. So kam es also, dass wir am Samstag noch bis 2 Uhr nachts in der Stadt waren und entweder Fußball schauten oder zur Musik abtanzten. Witzigerweise hab ich auch alle drei Tore des Matchs gesehen.

Am Sonntag brachte uns dann Eva nach dem Frühstück mit dem Auto zum Flughafen. Die Fahrt war auch wieder eine Mords Gaudi, da wir uns zu fünft mit 3 riesigen Koffern in einen kleinen Peugeot quetschten. Da der Kofferraum nur für zwei Koffer reichte, teilte ich mir die Rücksitzbank mit Flo, Laura und einem Rimova-Koffer. Glücklicherweise ohne Oberschenkel- oder Genickbruch erreichten wir den Flughafen von Bordeaux, von wo wir dann mit Zwischenstopp in Paris Richtung Frankfurt flogen. In Paris gab es aufgrund eines Streiks des Bodenpersonals etliche Verzögerungen, sodass unser Flug immer wieder verschoben wurde und wir erst zwei Stunden später als geplant abhebten.

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Weinreise, Picknick und der medizinische Killervortrag

Gestern fand nach dem Vortragsprogramm noch die inoffizielle Weinprobe unserer mitgebrachten Weine statt. Da wir in unseren Appartements keine Weingläser haben, durften wir glücklicherweise im High-Tech-Verkostungsraum der Uni bleiben. Da das Sicherheitspersonal jedoch um 19 Uhr abschließt, hatten wir nach offiziellem Programmende um halb sechs also ein straffes Programm vor uns. Zunächst starteten wir mit 5 Rieslingen aus Deutschland, gefolgt von einem Feteasca regala (Mädchentraube) aus Rumänien. Anschließend übernahmen unsere Studenten aus Tarragona und es gab einen leckeren Cava brut nature, d.h. ohne Dosage, also somit ohne Restzucker. Zudem hatte Miquel vom Weingut seiner Eltern aus Mallorca zwei Weißweine mitgebracht. Der Chardonnay Roure (Roure=Holz) mit seiner intensiven gelben Farbe zählte für mich zu den Favoriten des Abends. Weingut Miquel Gelabert

Bei der Verkostung der Rotweine begannen wir mit zwei deutschen Spätburgundern. Danach gab es ein paar rumänische Rotweine, teils von autochtonen Rebsorten. Den Schluss bildeten spanische Rotweine aus dem Priorat und vom Weingut Gelabert aus Mallorca. Gegen sieben wurde es ziemlich knapp, sodass wir noch etwas überzogen und dann durch den Notausgang rausgehen mussten. Nach einem Stop im Supermarkt, einer schnellen Dusche und einer Kleinigkeit zu Essen machte ich mich mit dem Bus Richtung Village 1 auf, wo ein Teil unserer Gruppe unterbracht ist. Dort hatten wir uns noch zu einem gemütlichen Abend vor der Cafeteria verabredet. Eine andere Studentengruppe traf sich ebenfalls dort und hatte sogar eine Lautsprecherbox dabei, sodass wir den ganzen Abend noch mit Musik beschallt wurden. Ansonsten ging die Weintour weiter und wir verbrachten einen echt schönen Abend.

Heute früh mussten wir natürlich wieder um 9 in der Uni sein und der Schlafmangel der letzten Tage macht sich so langsam sehr deutlich bemerkbar. Auch wenn sich 9 Uhr nicht so früh anhört, müssen wir leider immer schon 40 Minuten früher los, da die Anfahrt ca. 30 Minuten dauert. Netterweise hatte ich gestern ein Croissant bei einer Freundin geordert, dass sie mir dann heute in die Vorlesung mitgebracht hat. Der erste Vortrag über Alterung von biologischen Weinen wurde von einem spanischen Professor gehalten, der es fachlich und rhetorisch so gut drauf hatte, dass wir ihn am liebsten mit nach Geisenheim nehmen würden 🙂 Um 11 Uhr ging es mal wieder in den Degustationsraum zu einer Probe von biologischen Weinen im Vergleich zu konventionellen aus verschiedenen Weinregionen Italiens. Wir begannen mit zwei Arneis aus dem Piemont, genauer gesagt dem DOC Langhe und dem DOCG Roero. Nach einer Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon, ebenfalls aus dem Piemont, folgte ein außergewöhnlicher Weißwein aus dem Trentino. Der Most aus den Trauben der Rebsorte Nosiola wird wie bei der Rotweinherstellung eine Woche auf der Maische vergoren. Anschließend wir der Saft abgezogen und bis nach dem Ende der Gärung in Akazienholzfässer gelagert. Mehr Infos über den biologischen Wein der Azienda Agricola Rauten gibt’s hier.

Bei den Rotweinen starteten wir in der Region Marche, oder auf Deutsch die Marken mit einer Cuvée aus Sangiovese und Montepulciano. Weiter ging’s mit zwei fruchtigen Barbera d’Asti aus dem Piemont. Gefolgt von zwei Barolo, deren Aromatik für einen Barolo Anfänger erstmal schwierig aufzugreifen war. Der zweite Barolo erinnerte mich irgendwie an Kiba-Saft. Zum Abschluss wurde noch eine Spezialität ausgeschenkt: ein Barolo Chinato. Ein mit Chinarinde und anderen Kräutern aromatisierter Barolo. Gut gelaunt nach so tollen Weinen ging es dann ab in die zweistündige Mittagspause. Anschließend gab es einen weiteren Vortrag des spanischen Professors über Reinigung und Desinfektion von Barriquefässern bevor uns dann der unpassendste Vortrag des Seminars erwartete. Ein französischer Professor, der es liebt Tabellen vorzulesen und ein eher schlechtes Englisch spricht, referierte laut Programm über Lebensmittelsicherheit bei biologischer Traubenproduktion und Verbraucherschutz. In Wirklichkeit wurden uns sämtliche Inhaltsstoffe von diversen Bioziden mit ihren Grenzwerten und gesundheitlichen Auswirkungen vorgetragen. Zur Unterstützung der ganzen Problematik gab es dann noch anschauliche Fotos von erkrankten Lebern, Nieren und Fischen mit Tumoren. Dazu wurden spannende Facts erwähnt wie beispielsweise, dass im Jahre 1984 210 Menschen an mit Mykotoxinen verseuchtem Reis in China gestorben sind. Als wir dann gegen halb sieben schon eine halbe Stunde überzogen hatten und wir gerade über die Reaktionen im Körper bei Allergien mehr schlecht als recht aufgeklärt wurden, wies ich den Professor darauf hin, dass unser letzter Bus gleich fährt und etwas beleidigt brach er den Horrorvortrag dann ab.

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Botanischer Garten, zufällige Begegnungen und Baywatch

Die Party am Samstagabend nach dem gemeinsamen Essen hat echt meine Vorstellungen übertroffen. Die Musik war nicht so ganz der Knüller, aber wir wollten ja einfach nur ein wenig tanzen. Leider fand der DJ sich selbst so cool, dass er ständig irgendwas selbst in das Mikro gebrüllt hat. Dementsprechend und auch weil er immer so langsam war bis er ein neues Lied aufgelegt hatte, wurde er auch des öfteren ausgebuht. Die Luft im sogenannten „Ghetto“, wie sich die Studentendisko nannte, war leider auch ziemlich miserabel und wir kamen quasi umsonst in den Genuss von diversen Kräutern, dir wir quasi beim Passivrauchen aufnahmen. Die anderen Partygäste waren teils so benebelt, dass alle die Lautsprecherboxen angetanzt haben, anstatt in Richtung DJ oder einfach gar keine Richtung zu tanzen. Der Abend war also auch sehr amüsant.2014-06-08 10.20.08

Am Sonntag früh ging’s dann mit Rita auf den Marché des Capucins, wo wir um 10 Uhr ganz dekadent französisch Austern frühstückten und dazu Weißwein tranken.

Unter strahlender Sonne trafen wir uns dann um 11 Uhr zur Stadtführung durch Bordeaux. Da die Sonne vom Himmel brannte und wir fast die ganze 1,5 stündige Führung über entweder in der Sonne standen oder liefen packte Rita gleich ihren Regenschirm aus, um sich vor der Strahlung zu schützen. Das hab ich dann ein paar Mal ausgenutzt und mich dazu gesellt, weil es einfach unvorstellbar heiß war. Unserem Stadtführer konnte ich leider auch nur teils folgen, da bei der Hitze auch mein Hirn leichte Aussetzer hatte. Nach dem Rundgang machten wir uns zu dritt, Pablo, ein Mexikaner, der in Tarragona studiert, Rita und ich auf die Suche nach etwas zum Essen im Schatten. Letztendlich fanden wir eine türkische Pizzeria, das Restaurant A-Z. Ich hatte Mezze bestellt, und bekam total leckeres warmes Fladenbrot und drei ebenso lecker und erfrischende Crémes, eine Auberginencreme, Hummus (aus Kirchererbsen) und eine Jogurtcreme. Irgendwann kam zufällig noch Katja vorbei, eine weitere Geisenheimerin, mit der wir dann noch ein wenig im Schatten entspannt quatschten. Weiterer Halt war in einem Weinladen bevor wir uns dann nur noch zu zweit, Rita und ich, der Rest brauchte kühlere Luft, die günstige und tolle Eisdiele aufsuchten, die ich schon vor ein paar Tagen getestet hatte. Dort kostet die Kugel „nur“ 1,60 € was für französische Verhältnisse echt günstig ist und die Eisauswahl ist der Hammer. Neben Rose und Veilchen gibt es diverse Fruchtsorten wie Maracuja, Pampelmousse und auch so spezielle Sorten wie Tarte au Citron avec Meringues. Also einfach der Knaller!

2014-06-08 18.40.28Nach der Erfrischung suchten wir den Botanischen Garten von Bordeaux auf und hofften dort ein wenig Schatten zu finden. Leider werden dort auch viele Gemüsepflanzen angebaut, sodass ein nutzvoller Schattenspender eher schwierig zu finden war oder meist auch schon von anderen Menschen belegt. Letztendlich fanden wir dann doch noch einen Platz und verbrachten dann ein paar Stunden dort. Irgendwann tauchte Dan, einer unserer rumänischen Kollegen, im botanischen Garten auf und ich ließ mir noch ein wenig die ganzen verschiedenen Pflanzen und Sträucher erklären und wo was zu finden ist. Als die Sonne dann etwas nachließ erkundeten wir noch ein wenig den Garten und trafen uns dann mit Florian, Mihael und Catalina (zwei rumänischen Studenten) in einem Pub. Dort gab’s zur Erfrischung erst einmal Bier, bzw. Cider und wir lernten ein paar rumänische Begriffe 🙂 Gegen halb acht kam dann doch auch ein wenig Hunger auf und wir landeten schließlich in einem Wok to Walk Laden. Als wir nach zahlreichen Essensübersetzungen endlich mit unseren Gerichten am Tisch saßen kamen einige der italienischen Studenten zufällig vorbei und gesellten sich zu uns. Nach unterhaltsamen Gesprächen auf verschiedenen Sprachen landete ich dann erst gegen halb 11 wieder in meiner Unterkunft und war einfach zu müde, um hier noch was zu posten.

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Arcachon

2014-06-09 16.07.50Heute morgen machten wir uns um halb 10 auf Richtung Arcachon, diesmal waren das Florian, Rita, Katja und ich. Ich hoffe ihr seid von den vielen Namen nicht allzu sehr abgelenkt. Da wir noch ein wenig auf den Zug warten mussten, tranken wir einen Café bevor es voller Vorfreude Richtung Meer ging. In Arcachon, was direkt am Atlantik liegt fuhren aufgrund des Feiertags keine Busse, deswegen konnten wir leider nicht die höchste Düne Europas besichtigen. Als wir um 12 endlich ankamen, waren einige von uns so hungrig, dass wir uns erstmal auf Essenssuche machten. Anschließend war natürlich entspannen am herrlichen Sandstrand angesagt und Baden im Meer. Florian und ich hatten waren so von der Walflosse fasziniert, einer riesigen Plastikskulptur im Wasser, dass wir beschlossen dort hin zu schwimmen. Als wir endlich dort waren, kam auch schon ein „Baywatch Mitarbeiter“ auf dem Surfbrett angeschwommen, um uns zu fragen, ob auch alles in Ordnung sei 🙂 Nach dem freundlichen Hinweis, dass wir auf die Boote und die Strömung achten sollen und wir im Notfall uns bemerkbar machen sollen, schwammen wir wieder zurück. Später machte ich mich nochmal auf zu einer Schwimmtour, diesmal Richtung Steg, nachdem ich gesehen hatte, dass dort ein paar runter sprangen. Diese verbotene Attraktion konnte ich mir nicht entgehen lassen und so sprang ich auch die geschätzten fünf Meter vom Bootssteg in’s Wasser. Diesmal kam glücklicherweise kein Baywatch Mitarbeiter vorbei. Nach unserer Rückkehr trafen wir uns nochmals im Freien vor dem Studentenwohnheim zum Picknick Abendessen, wo sich dann spontan noch Pablo dazu gesellte, der uns vom Fenster aus gesehen hatte. Jetzt hab ich gerade noch gemeinsam mit Katja, meiner schwäbischen Verbündeten hier in Bordeaux, den zufälligerweise heute laufenden Tatort aus Stuttgart im Live-Stream angeschaut. Entspannter kann ein so aufregender Tag also nicht enden.

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Château Tour und erste Prüfung

Gestern waren wir den ganzen Tag unterwegs im Médoc und anschließend zum Abendessen in der Stadt, deshalb bin ich derzeit meist nur in meinem kleinen Zimmer zum Schlafen.

Am Vormittag fuhren wir mit dem Bus zum Château Pichon-Longueville-Baron in Paulliac. Der Busfahrer hatte einer derart aggressiven Fahrstil, dass es einigen Insassen auf der einstündigen Hinfahrt schlecht wurde und wir einen kurzen Zwischenstop einlegen mussten. Bei der Ankunft am Weingut waren wir also alle ziemlich erleichtert und beeindruckt vom beeindruckenden Hauptgebäude, dass im Sonnenschein und mit dem perfekt gepflegten englischen Rasen wie ein Märchenschloss aussah. Die Führung begann zunächst draußen im Weinberg, wo uns ein charmanter, sehr unterhaltsamer Mitarbeiter über die Geschichte und die Rivalität zum Nachbarweingut Château Pichon-Longueville-Comtesse aufklärte. Derzeit gehört das konventionell wirtschaftende Weingut (also ganz normal, nicht-biologisch) wie viele weitere Top-Betriebe zur AXA Gruppe. Anschließend besichtigten wir die verschiedenen Keller mit Barriques und Stahltanks. Das Besondere an dem Stahltank-Keller ist, dass die Tanks alle im Kreis angeordnet sind, sodass die Laufwege kürzer sind. Da im Weingut gerade abgefüllt wurde, konnten wir die Mitarbeiter beim Holzkisten packen beobachten, da 90 % der Flaschen in solchen Kisten verpackt werden. Nach dem Rundgang durften wir auch ein paar dieser exklusiven Weine verkosten, die je nach Jahrgang teils innerhalb von zwei Stunden ausverkauft sind. Die Preisspanne der Weine bewegt sich zwischen 50 und 250 €, das heißt der anschließende Weineinkauf fiel negativ aus. Zum Mittagessen gab es Picknick auf einer Wiese mit Sandwiches und Obst und das erste Mal auch ohne Wein!

Nach der Pause im Freien fuhr unser verrückter Busfahrer weiter zum nächsten bio-dynamischen Weingut. Auf dem Château Pontet-Canet begann unsere Führung ebenfalls im Freien, wo wir bei den 32°C ganz schön gebruzzelt wurden. Spannenderweise waren die Mitarbeiter gerade dabei mit drei Pferdekarren die Reben zu spritzen, sodass wir erst einmal mit unseren Kameras beschäftigt waren. Der bio-dynamische Gedanke ist auch im Keller zu spüren, wo sich keine Edelstahltanks befinden. Im ältesten Gravitationskeller des Médoc stehen große Holzcuves für die Gärung und ebenso konische Betoncuves für die anschließende malolaktische Fermentation. Desweiteren gibt es natürlich auch eine große Anzahl an Barriquefässern und ganz speziell noch Beton-Amphoren. Ein Teil des Weines wird in den Barriquefässern für mehrere Monate eingelagert zur Reifung der Tannine und ein kleiner Teil wird in die Amphoren gefüllt, um beim anschließenden Rückverschnitt die dominante Holzaromatik auszugleichen. Tatsächlich war der Wein, den wir anschließend verkosteten auch viel fruchtiger als die Weine zuvor auf dem anderen Weingut. Der fruchtige Stil ist aber sicher auch auf weitere Maßnahmen im Weinberg und Keller zurückzuführen.

Nach unserer Rückkehr blieben wir gleich in der Stadt, um dort noch etwas warmes zu Abend zu essen und mit Rita auf ihren Geburtstag anzustoßen. Im Bus hatten wir auf der Rückfahrt auf jeder Sprache, die einer von unserer Gruppe spricht ein Geburtstagslied für meine Kommilitonin aus Geisenheim angestimmt: auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Rumänisch, Portugiesisch, Chinesisch und Arabisch.

Heute Morgen ging es wieder in die Uni, wo uns um 9 Uhr ein Test erwartete. Glücklicherweise waren die Fragen, die uns zu jedem der vergangenen Vorträge gestellt wurden mit Multiple Choice Antworten versehen. Nach dem Test ging es dann heute über in den Kellerwirtschaftlichen Teil mit einem Vortrag über Biodiversität von Mikroorganismen eines Professors aus Tarragona. Nach dem Mittagessen hatten wir dann noch bis halb sechs Programm und sind dann wie bereits des Öfteren mit Leihrädern, die hier so geschickt an einigen Tramstationen stehen, nach Hause gefahren. Heute Abend geht es wieder in die Stadt, wo wir alle gemeinsam etwas Essen und ein bisschen feiern wollen.

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Rumänischer Wein, französischer Grill und spanische Gespräche

Da es gleich schon los geht zum ersten Exkursionstag, an dem wir zwei Châteaus besichtigen, kann ich nur kurz von gestern berichten.

Am Vormittag gab es nach einem weiteren Vortrag unseres Professors aus Geisenheim eine weitere Verkostung im tollen Degustationsraum. Diesmal standen ausschließlich biologische, französische Rotweine aus verschiedenen Regionen auf dem Programm. Nach der Degustation der Weine ging’s wieder etwas in Zeitverzug zum Restaurant. Am Nachmittag hörten wir zunächst einen Vortrag über biologischen Weinbau in Aquitaine und kämpften bereits gegen 16 Uhr mit der Müdigkeit. Doch nach dem etwas anstrengenden Vortrag auf französisch-englisch kam erst richtig interessante Thema zum Zug: Weinbau in Rumänien. Da auch rumänische Studenten im Projekt dabei sind, kam eine Professorin der Universität Bukarest, um uns über die Entwicklungen in Rumänien zu unterrichten. Anschließend durften wir auch noch einige rumänische Weine verkosten, angefangen bei Chardonnay über autochtone rote Rebsorten bis hinzu Pinot Noir, Syrah und Cabernet.

Jetzt nur noch ganz kurz. Als wir dann um knapp halb 7 das Unigebäude verließen, ging es auf dem Rad weiter Richtung Supermarkt und dann zum Grillen zu Max, einem Kommilitonen aus Geisenheim, der derzeit in Bordeaux studiert. Am Grillabend hatte ich dann endlich die Chance mit den spanischen Studenten zu sprechen. Wobei in der Gruppe der Studenten aus Tarragona auch ein Mexikaner, eine Brasilianerin und einer aus Mallorca ist.

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Brasilianischer Tanz, spektakulärer Wein und „under pressure“

Gestern Abend hatte ich in Bordeaux diesen perfekten Urlaubsmoment, auch wenn wir hier ja beruflich sind 😉

Wenn man einfach so total entspannt und glücklich ist, alles um einen herum vergisst und den perfekten Moment genießen kann. Gemeinsam mit Eva war ich zunächst in einer Bar bei einem Konzert einer kleinen Combo mit Saxophon. Da wir leider erst gegen Ende des Auftritts da waren, kamen wir nur noch sehr kurz in den Genuss der tollen Musik. Trotzdem war es ganz lustig bei einem kühlen Glas mit belgischem Bier ein wenig zu quatschen. Anschließend liefen wir zum Fluss, an dem entlang eine schöne Promenade verläuft und im Sommer eine Art Terrasse mit Wasser ganz leicht geflutet wird, sodass man noch durchlaufen kann. Dort waren wir zunächst ganz überrascht, als wir lateinamerikanische Musik hörten, aber keine Band sahen. Zudem waren auch einige Paare am Tanzen. Den Verstärker sahen wir, als wir näher kamen und nach einem Gespräch fanden wir auch heraus, dass es sich bei den Tänzern um Tanzschüler handelt, die jede Woche nach dem Tanzkurs noch ans Flussufer kommen. Nachdem wir wahrscheinlich viel zu fasziniert die Paare beobachtet hatten, kam der Tanzlehrer auf uns zu und forderte zunächst Eva zum Tanzen auf. Wenig später hatte ich auch die Gelegenheit von einer Tanzlehrerin die Grundschritte des Farró, eine Art brasilianischer Samba, zu lernen. Die Musik war echt fantastisch, meist mit Akkordeon und obwohl ich ja eher nicht so der Standarttänzer bin, hat es total viel Spaß gemacht. Später forderte mich dann auch der Tanzlehrer auf, ein temperamentvoller Brasilianer 🙂 der es tatsächlich schaffte mich ein komplettes Lied lang über die Tanzfläche zu führen.

Heute Vormittag startete unser Programm mit einem Vortrag eines Professors aus Geisenheim über die biologische Züchtung und Veredelung von Reben. In einer sehr schnellen Geschwindigkeit, ich glaube die anderen Studenten waren zunächst leicht überfordert, düsten wir durch das Thema, sodass am Ende noch sehr ausführlich und emotional diskutiert werden konnte. Danach wechselten wir dann in den Ultra-Hightech-Sensorikraum. Das ist echt kein Witz, der Raum ist rund, um die Form eines Barriquefasses von innen nachzustellen. Dann ist er konstant auf 22°C klimatisiert, wobei es schon relativ kühl war, vielleicht hab ich mich da auch verhört. Die Tische sind so extrem abgetrennt, dass man sich etwas verloren fühlt und man die anderen auch nicht sieht (Im Vergleich zu Geisenheim erfüllen die Abtrennwände wirklich ihre Funktion). Also für die, die keine Sensorikräume kennen, versuche ich noch an ein Foto ranzukommen. Damit die flüchtigen Aromen aus dem Wein nicht so schnell verloren gehen und damit diese sich auch nicht im Raum verteilen und nach einer halben Stunde die Luft im Raum durch die Weine verändert wird, herrscht im Raum eine erhöhte Luftaustausch. Dieser ist jedoch aufgrund des vorherrschenden Überdrucks im Raum nicht bemerkbar. Dieser erhöhte Luftdruck ist beim Verlassen des Raumes zu bemerken, da sich die Türen schwer schließen lassen.

Die 12 Weine, die wir heute verkosten durften waren teilweise echt spektakulär. Angefangen bei einem Rotweinen von Château Le Puy des Jahrgangs 2009, der zwischen 250 und 270 € kostet. Probiert wurden immer ein biologischer und ein konventioneller Wein im Vergleich. Zu diesem ersten Hochkaräter im Vergleich gab es einen Rotwein vom Château D’Aiguilhe, welches im Besitz des aus Deutschland stammenden Stephan von Neipperg ist. Weiter ging’s mit einem Wein vom größten biologischen Weingut an der Loire, welches dem durch die Verkostung führenden Franzosen Frederic Brochet gehört. Das überraschende am dem verkosteten Pinot Noir des Weinguts Ampelidae war die dunkel violette Farbe, wo Spätburgunder aufgrund der Zusammensetzung der Anthocyane sonst eher in die braunrote und hellfarbige Richtung tendiert. Die Farbe kam sicherlich durch die mehrtägige Kaltmazeration bei 6°C vor der Gärung, einem komplett reduktiven Ausbau und den Verzicht auf die Zugabe von mehr als 5 ppm SO2 (also so gut wie kein SO2) zustande. Ein weiteres Highlight muss ich jetzt hier auch noch erwähnen und zwar ein Rotwein vom Château des Estanilles aus der AOC Faugieres im Languedoc. Das Bouquet und der Geschmack des “ L’impertinent “ waren einfach unbeschreiblich und erinnerten an den Geruch von Regen oder nassem Stein. Besonders an der Herstellung des biologischen Weins und teils auch der Grund für den ungewöhnlichen Geschmack ist sicherlich, dass 50 % des Weines eine Macéraction Carbonique durchgemacht haben. Das bedeutet, dass ganze unverletzte Trauben unter Luftabschluss und CO2 Druck mehrere Tage innerlich aufgeschlossen werden. Dabei findet quasi wie eine Art Gärung in den einzelnen Traubenbeeren statt, ausgelöst durch traubeneigene Enzyme (http://www.brw-eltville.de/brw/weinbauwoche/2008/pdf/mc.pdf).

Durch die Weißweine mussten wir bei der Verkostung leider ein wenig hetzen, da das Mittagessen ja wieder vorbestellt war. Hervorzuheben ist hier die Weißweincuvée Coulée de Serrant vom gleichnamigen Weingut des Jahrgangs 2000. Besitzer des Weinguts ist Nicolas Joly, einer der Pioniere was bio-dynamischen Weinbau angeht.

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Gourmetparadies und Fahrradtrip

An unserem zweiten Tag standen glücklicherweise spannendere Themen auf dem Programm. Am Vormittag referierte ein Professor aus Turin über Böden, Nährstoffhaushalt und den Umgang mit den entstehenden Nebenprodukten bei der Weinherstellung. Nach einem ausgiebigen Mittagessen ging es am Nachmittag, um den Einfluss von Botrytis und ESCA auf die Weinqualität. Beim Mittagessen wurden wir erneut mit einem Drei-Gänge-Menü gemästet. Das ist kein Witz. Gestartet hat es mit ein bisschen grünem Salat und einem Stück Quiche Lorraine. Der Hauptgang bestand aus einem Stück Lasagne und Salatgarnitur. Und zum Nachtisch gab es eine Art „Kalter Hund“, wobei es uns eher wie pure Butter mit etwas Kakao und zwei Stücken Kekse vorkam. Der anschließende kleine Café hat da auch nicht mehr sonderlich viel zur Verdauung gebracht. Während des Essens haben wir (Rita, eine Kommilitonin aus Geisenheim, und ich) uns super mit einer Chinesin, die in Turin studiert unterhalten. Neben den ganzen Deklarationen bei deutschem Wein ging es auch um ausgefallene Speisenamen, wie bspw. ein chinesisches Essen, dessen Name soviel heißt wie, Buddha, der über die Mauer springt. Dass wir in Deutschland Gebäckstücke haben auf denen Salz in Kristallform klebt, fand sie äußerst verrückt. Besonders als wir dann noch mit den Salzstangen kamen, die in Deutschland zu Wein und Bier gegessen werden, war das Gelächter groß.

Nach den Vorträgen heute schnappten wir uns Leihräder, die man in Bordeaux für 30 Minuten umsonst bekommt, und fuhren damit nach Hause zum Studentenwohnheim. Die Fahrt auf den Cruiserrädern war sehr lustig und es tat gut sich mal wieder zu bewegen. Jetzt geht’s gleich nochmal in die Stadt zu einer Freundin aus Geisenheim, die hier gerade zwei Semester studiert und wir wollen noch gemeinsam auf ein Konzert gehen.

Hier noch ein Foto von gestern von unserer Gruppe. Ganz vorne sind der Franzose von der europäischen Kommission, der französische Professor von gestern und der italienische Professor von heute.

Oenobio

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Gesetze bis der Kopf qualmt

So, der erste Tag liegt hinter mir und es war heute schon ganz schön anstrengend. Nach der ersten unruhigen Nacht im Studentenwohnheim, was wohl an der ungewohnten Atmosphäre liegt, ging es zunächst zu nächstgelegenen Cafeteria für ein kleines Frühstück. Unsere Mini-Appartements im Studentenwohnheim sind echt in Ordnung und sauber. Wir haben sogar einen kleinen Kühlschrank und die eingeschalte Nasszelle befindet sich sogar extra und nicht inmitten des Raumes, wie schon meine schlimmsten Befürchtungen waren. Eine kleine Kochplatte hab ich auch, aber ohne Topf oder Pfanne bringt das leider sehr wenig. Der Gang bei mir gleicht einer Psychatrie, es herrscht ein grelles Licht, merkwürdige Schächte an der Decke und ein irremachendes Surren ist zu hören. Die Türen zum Gang haben keine Griffe, also man muss einfach dagegen laufen 🙂 Sehr spaßig zumal die Tür einmal nach rechts und einmal nach links aufgeht, hat das so ein bisschen was von Takeshis Castle.

Die anderen Studenten bei Oenoviti sind alle total aufgeschlossen und nett und in der Mittagspause und vor den Vorträgen hab ich mich schon ganz nett mit den Italienern unterhalten. Auf dem Programm standen heute die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Produktion von Biowein und Wein aus ökologisch angebauten Trauben. Der erste Teil wurde von einem Mitglied der europäischen Kommission übernommen, das war auch echt sehr spannend. Anschließend wurde es jedoch zunehmend anstrengender unserem zweiten französischen Referenten der nur über mäßige Englischkenntnisse verfügte zu folgen, während dieser hauptsächlich Gesetzestexte von total überfüllten Folien vorlas.

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Das Institutsgebäude

Das Mittagessen trug zudem bei, dass unser Blut eher im Magenbereich als im Kopf zu tun hatte. Nach einem kurzen Spaziergang in ein nahe gelegenes Restaurant wurden wir dort mit Wasser, Wein und einem Drei-Gänge-Menü, typisch französisch, versorgt. Als wir um halb fünf das pompöse Unigebäude verließen, waren wir froh endlich wieder etwas Bewegung zu bekommen und tätigten erstmal ein paar Einkäufe im Supermarkt für die kommenden Tage. Anschließend mussten wir auch gleich weiter in die Stadt, da wir uns dort schon mit den anderen verabredet hatten. Nach einem belgischen Bier, einem französischen Döner (der deutsche schmeckt vieeeeel besser!) bin ich jetzt etwas kaputt 😉

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Das erste Abenteuer

Die Reise hat heute tatsächlich mit einem kleinen Abenteuer begonnen. Nachdem ich die Pflanzen in meinem Zimmer für die zwei Wochen mit Wasser versorgt hab (siehe Foto) brachte mich Stephi zum Bahnhof.

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Geplant war mit dem Zug über Mainz-Kastel zum Frankfurter Flughafen zu fahren, doch die Bahn war da anderer Meinung. Die Anzeige in Mainz-Kastel zeigte überraschend den Ausfall der S-Bahn an. Da der nächste Zug Richtung Flughafen erst eine Stunde später fahren sollte, sprach ich kurzerhand ein älteres Ehepaar mit Koffern an, ob diese dasselbe Ziel hatten und wir orderten ein Taxi. Nach 15 Minuten und einem weiteren Anruf bei der Taxizentrale schmissen wir den Plan wieder um. Eine andere Frau, die neben uns wartete wurde von ihrem Mann mit dem Auto abgeholt, da sie zur Arbeit auf den Flughafen musste. Wenn unser Gepäck in den kleinen Fiat passt, können wir gerne mitfahren, so ihre Einladung. So fuhr ich also eingequetscht auf der Rücksitzbank eines kleinen Fiats mit einem älteren Ehepaar aus Edinburgh und einem Paar aus der Nähe von Moskau Richtung Flughafen. Die Unterhaltung im Auto wechselte also zwischen Deutsch, Englisch und Russisch. Eine bessere sprachliche Vorbereitung für die zwei Wochen Bordeaux hätte ich also kaum haben können.
In Frankfurt hatte ich glücklicherweise noch ausreichend Zeit und nach einer Stunde Warten auf dem Flugfeld hoben wir endlich ab Richtung Süden. Nach einer kurzen Café und Cookie Pause gab es kleine, nicht weiter schlimme Turbulenzen und wir starteten bereits den Landeanflug auf Paris. Dort hatten wir dann noch ca. 1 Stunde Aufenthalt und amüsierten uns über die anderen Passagiere. Flo, ein Freund und Kommilitone aus Geisenheim, der mit mir nach Bordeaux fliegt, und ich haben die besten zwei festgehalten.

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Mit wem telefoniert diese Frau?

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Wohin fliegt dieser Mann? (Tipp, die Farbe ist Programm)

Der Flug von Paris nach Bordeaux verlief nach Plan und jetzt warten wir auf den Bus Richtung Studentenwohnheim.

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